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Rohmilch

Rohmilch ist Milch, die nach dem Melken nicht erhitzt wurde. Sie darf nur direkt auf dem Betrieb abgegeben werden, auf dem sie gewonnen wurde, und muss vor dem Verzehr abgekocht werden.

Ganzjährig erhältlich

Anbau

Milchkühe werden zweimal täglich gemolken, auf manchen Höfen übernimmt das ein Melkroboter. Die Milch läuft in einen gekühlten Tank und wird dort auf unter sechs Grad heruntergekühlt.

Für die Abgabe ab Hof darf nur Milch verwendet werden, die am Tag der Abgabe oder am Tag zuvor gemolken wurde. Das regelt Paragraf 17 der Tierischen Lebensmittel-Hygieneverordnung.

Die Milchtankstelle muss am Erzeugerbetrieb selbst stehen. Ein Automat im Nachbarort oder am Supermarktparkplatz ist mit dieser Ausnahmeregelung nicht vereinbar.

Lagerung

Sofort kühlen und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen. Die mitgebrachte Flasche sollte sauber und ausgekocht sein, am besten Glas.

Zum Transport gehört eine Kühltasche, gerade im Sommer.

Abgekocht hält sich die Milch zwei bis drei Tage länger. Einfrieren geht, beim Auftauen flockt sie allerdings leicht aus.

In der Küche

Abkochen heißt: einmal aufkochen lassen, oder auf mindestens 72 Grad erhitzen und diese Temperatur 20 bis 30 Sekunden halten.

Aus Rohmilch lassen sich Joghurt, Quark und Frischkäse selbst herstellen. Für Joghurt wird die Milch ohnehin erhitzt, damit ist der Sicherheitsaspekt erledigt.

Butter aus dem abgeschöpften Rahm ist mit etwas Geduld und einem Mixer machbar.

Gut zu wissen

Die Abgabe von Rohmilch an Verbraucher ist nach Paragraf 17 der Tierischen Lebensmittel-Hygieneverordnung grundsätzlich verboten. Es gibt zwei Ausnahmen.

Die erste ist Milch ab Hof: lose Abgabe direkt am Erzeugerbetrieb, etwa über eine Milchtankstelle. Dafür muss ein gut sichtbares Schild mit dem vorgeschriebenen Wortlaut angebracht sein, und der Betrieb muss die Abgabe vorher beim Veterinäramt anzeigen.

Die zweite ist Vorzugsmilch: abgefüllte Rohmilch, die auch über den Handel verkauft werden darf. Dafür braucht ein Betrieb eine eigene Genehmigung und muss deutlich strengere Hygieneauflagen erfüllen. Entsprechend selten ist sie.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, Rohmilch ungekocht zu trinken. Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen sollten das in keinem Fall tun. Krankheitserreger wie Campylobacter, Listerien oder EHEC lassen sich in Rohmilch nicht ausschließen, auch bei sorgfältiger Betriebsführung nicht.

Sorten

Holstein-Friesian
Die verbreitetste Milchrasse, schwarzbunt, hohe Milchleistung.
Jersey
Kleiner, deutlich höherer Fettgehalt, gelbliche Milch.
Braunvieh
Vor allem im Süden, gute Käsereieignung.
Angler Rind
Alte norddeutsche Rasse, rotbraun, gefährdete Nutztierrasse.

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